Sie sprachen vorhin davon, dass schmerztherapeutische Behandlungsmassnahmen gerade auch nach einer Bandscheibenoperation ihre Bedeutung haben. Wie kann man sich das vorstellen?
Vorausgesetzt, dass eine Bandscheibenoperation medizinisch notwendig war und diese Operation für den Patienten ein optimales Ergebnis erbringen konnte, muss festgehalten werden, dass oftmals eine gewisse Chronifizierung des Schmerzens bei diesen Patienten bereits eingetreten ist. Schmerzen werden dann chronisch, wenn sie über eine Zeitdauer von drei Monaten mit großer Intensität auf den Patienten eingewirkt haben. In diesen Fällen ist es von besonderer Bedeutung, dass nach einer durchgeführten Operation dem Patienten mitgeteilt wird, dass eine ausreichende Schmerzbehandlung auch bei einer erfreulicherweise eingetretenen deutlichen Schmerzreduktion noch zwingend notwendig ist. Die Ausbildung eines Schmerzgedächtnisses kann nur rückgängig gemacht werden, indem keine weiteren Schmerzsignale an das Schmerzgedächtnis und somit an das Gehirn weitergeleitet werden. Aus diesem Grunde müssen gezielte effektive schmerztherapeutische Behandlungsmaßnahmen auch nach durchgeführten Operationen in das ärztliche Handeln mit eingeschlossen werden. Hier könnten beispielsweise abgestimmte medikamentöse Behandlungsmaßnahmen sowie gezielte rückenmarksnahe Injektionsbehandlungen oder Infusionsbehandlungen geeignet sein. Darüber hinaus müssen selbstverständlich physikalische und krankengymnastische Behandlungsmaßnahmen sowie abgestimmte Kräftigungsmaßnahmen auch nach einer Bandscheibenoperation in ihrer entsprechenden Reihenfolge und Wertigkeit erfolgen.