Schmerzen zu beurteilen erfordert sicherlich, gelegentlich Kenntnisse anderer Fachdisziplinen zu nutzen. Wann ist dies erforderlich?
Bei akuten Schmerzen ist es meist ausreichend, den Rat einer entsprechenden Fachdisziplin, z.B. durch die Konsultation des Orthopäden, des Internisten oder eines Experten aus einer anderen Fachrichtung einzuholen. Nach entsprechender Schmerzanalyse und Erhebung der Schmerzintensität wird der entsprechende Kollege die Schmerzursache analysieren und eine gezielte Therapie einleiten. Teilweise werden jedoch auch hier im Rahmen von diagnostischen Maßnahmen interdisziplinäre Kooperationen erforderlich; so werden z.B. neurologische Untersuchungen oder selbstverständlich radiologische Untersuchungen notwendig.
Beim chronischen Schmerzgeschehen ist es wesentlich wichtiger, die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Fachdisziplinen zu praktizieren. Insbesondere die Erhebung der Schmerzanamnese sowie die exakte Analyse der Ursache von Schmerzen ist bei diesen Patienten erheblich anspruchsvoller und muss oft interdisziplinär ermittelt werden.
Interdisziplinäre Behandlung von Schmerz
Mit der Analyse ist es ja noch nicht getan. Die interdisziplinäre Behandlung von Schmerzen ist dann wohl der nächste Schritt?
Nach entsprechender Erhebung der Schmerzanalyse muss dann in diesen Fällen meist auch interdisziplinär therapiert werden. D.h. da oftmals stärkere Schmerzmittel eingesetzt werden, müssen ggf. internistische Fachkollegen bezüglich der Abstimmung, der Dosierung und der Berücksichtigung von Nebenwirkungen konsultiert werden. Gleiches gilt für gezielte Behandlungsmaßnahmen. So werden beispielsweise rückenmarksnahe gezielte Injektionen oft in Kombination mit Radiologen durchgeführt. Orthopäden behandeln manualtherapeutisch oder ebenso durch gezielte Injektionsbehandlungen. Maßnahmen zur physikalischen und krankengymnastischen Behandlung von Schmerzen müssen selbstverständlich ebenso abgestimmt werden.
Behandlungserfolg sichern
Welche Hierarchie hinsichtlich der Behandlungsformen gibt es in der Orthopädie? Ein Behandlungserfolg scheint sehr stark von der interdisziplinären Abstimmung der Daten und Maßnahmen abhängig zu sein?
Wichtigstes und erstes Ziel ist es, die Schmerzanalyse durchzuführen. Diese bezieht eine sorgfältige Schmerzanamneseerhebung, eine klinische Untersuchung und eine Analyse bisheriger Behandlungsmaßnahmen mit ein. Bisher erfolgte Untersuchungen müssen analysiert und ggf. noch ergänzt werden. Insbesondere müssen medikamentöse Behandlungsmaßnahmen mit dem Patienten hinsichtlich des Ansprechens und der Verträglichkeit kritisch überprüft werden. Eine nachfolgende Behandlungsstrategie muss ggf. interdisziplinär erarbeitet werden. Wesentliches Ziel muss es sein, den Behandlungserfolg zu kontrollieren um ggf. therapeutische Strategien neu auszurichten.