Wirbelsäule: Orthopädie
Dr. Reinhard Schneiderhan
Wirbelsäule
Schmerzverarbeitung
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Schmerz und Schmerzverarbeitung

Bevor wir noch kurz auf Ihre Praxisklinik eingehen, noch einmal zurück zum Thema Schmerz und Schmerzverarbeitung. Gibt es jenseits der Schmerzen eine generelle, oder spitz gesagt eine philosophische Dimension des Schmerzes? Anders gefragt: Kommt auch die Persönlichkeit und Biographie des Patienten ins Spiel, unabhängig davon, ob konservative, minimal invasive oder operative Eingriffe erfolgen?


Sie sprechen die Schmerzverarbeitung an und diese Schmerzverarbeitung ist selbstverständlich außerordentlich stark von psychologischen Faktoren geprägt. Wir kennen diese Phänomene aus unserer Erziehung, wenn der Vater zu seinem Sohn nach einem Sturz vom Tisch sagt: "Ein Indianer kennt keinen Schmerz."

Selbstverständlich spielen hier unterschiedlichste Faktoren eine Rolle. Unterschiedliche wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass standardisierte Schmerzqualifizierungen völlig unterschiedlich ausfallen können, wenn sie beispielsweise bei unterschiedlicher Wettersituation abgefragt werden. Jeder kennt das eine oder andere "Zipperlein", welches während eines Badeurlaubes bei schönster Umgebung keine Rolle mehr spielt.

Eines muss jedoch klar davon unterschieden werden. Das teuflische Spiel zwischen dem Schmerzsignal, welches an irgendeiner Stelle des Körpers auftritt und der Schmerzverarbeitung, die selbstverständlich im Gehirn vonstatten geht, kann nur teilweise verdrängt werden. Zu viele Abläufe geschehen unbewusst und die Summation aus diesen Störgrößen kann zu einem regelrechten Desaster führen. Das soll insbesondere ein wichtiger Hinweis für uns Ärzte sein, die einen vom Patienten geklagten Schmerz niemals herunterspielen sollten, sondern diesen Schmerz entsprechend seiner Intensität, seine Qualität und insbesondere dann auch seines Schmerzursprunges richtig einzustufen und sämtliche Untersuchungsmaßnahmen diesbezüglich auch durchzuführen. Ein latenter Schmerz, ein unterdrückter Schmerz, ein nicht erkannter Schmerz kann zu deutlichen Persönlichkeitsveränderungen führen.


Sie haben sich der Operationsvermeidung verschrieben. Hand aufs Herz: es gibt doch sicher Grenzfälle, bei denen sich dies nicht mehr verhindern lässt. Wie reagieren Sie in Ihrer Praxisklinik darauf methodisch und personell?


Wie oben schon erwähnt, gibt es eindeutige Verläufe von Bandscheibenvorfällen, die unbedingt operativ versorgt werden müssen. Dies sind Patienten, die unter einer neurologischen Ausfallsituation bei vorliegendem Bandscheibenvorfall leiden, d.h. Patienten, die beispielsweise eine Gehschwäche, eine Fußheberschwäche oder eine Kniebeugeschwäche entwickeln. Dies heißt aber auch, dass Patienten mit Blasen- und Mastdarm-Störungen einer operativen Intervention zugeführt werden müssen. In diesen Fällen überweisen wir selbstverständlich die Patienten umgehend in eine spezialisierte orthopädische bzw. neurochirurgische Abteilung.

weiterführende Links zu "Schmerz und Schmerzverarbeitung":

Praxisklinik für Orthopaedie und Neurochirurgie - Dr. med. R. Schneiderhan

www.orthopaede.com


Praxisklinik für Orthopaedie und Neurochirurgie - Dr. Remt-Otto Oeljeschläger

www.wirbelsaeulenchirurgie-muenchen.de


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