Welche Behandlung, genauer welches Behandlungsspektrum bieten Spezialisten beim Bandscheibenvorfall an? Muss zwangsläufig operiert werden? Ich vermute, viele denken so.
Generell muss nicht jeder Bandscheibenvorfall operiert werden. Gegenwärtig werden immer noch zu viele Bandscheibenvorfälle operiert. 80 % der Bandscheibenoperationen müssen nicht sein. Zu den Behandlungsmaßnahmen zählen folgende therapeutische Möglichkeiten:
- 1. Konservative Behandlungsmaßnahmen wie physikalische und krankengymnastische Behandlungsmaßnahmen, Infusionsbehandlungen, medikamentöse Behandlungsmaßnahmen, gezielte rückenmarksnahe Spritzenbehandlungen.
Führen diese Behandlungsmaßnahmen zu keiner wesentlichen Besserung der Beschwerden oder kommt es gar im Verlauf zu einer weiteren Zunahme der Beschwerden, dann sollten
- 2. minimal invasive Verfahren wie z.B. die minimal invasive epidurale Neurolyse und Neuroplastik (Racz-Katheterbehandlung) oder die Mikrolaserbehandlung der Bandscheibe durchgeführt werden. Bei Lähmungserscheinungen wie z.B. einer Beinlähmung oder bei Blasen- und Mastdarmstörungen müsste dann in diesen seltenen Fällen eine offene operative Behandlung im Sinne eines mikrochirurgischen Vorgehens durchgeführt werden.
Der größte Teil der Patienten, die einen Bandscheibenvorfall erlitten haben, kann also mit den unter Punkt 1 und 2 genannten Behandlungsmaßnahmen zur völligen Beschwerdefreiheit gebracht werden.
Sie sehen, eine einzige generelle Lösung bzw. d i e Behandlung bei Bandscheibenvorfall gibt es nicht.