Bereits eine Bandscheibenvorwölbung, nicht zu verwechseln mit einem Bandscheibenvorfall, stört das vorhin bezeichnete Wechselspiel von Wirbelsäule, Bandscheiben und Nervensystem. Was passiert hier?
Das Quellvermögen der Bandscheibe lässt mit dem Alter nach. Die Verschieblichkeit des Gallertkerns und die Pufferfähigkeit werden zunehmend eingeschränkt. Die Konsequenz sind Höhenminderungen zwischen den Wirbelkörpern. Zusätzlich werden die kleinen Wirbelgelenke stärker belastet und verschleißen schneller. Die Bandscheibe kann sich aufgrund der geringeren Rückstellkräfte nach hinten vorwölben und auf eine Nervenendigung drücken. Diese Veränderung wird als Bandscheibenprotrusion bezeichnet, was nichts anderes als Bandscheibenvorwölbung bedeutet.
Bandscheibenvorfall
Wodurch unterscheidet sich eine Vorwölbung von einem Prolaps?
Bei der Bandscheibenvorwölbung ist nur ein geringer Teil vom Bandscheibengewebe nach hinten in Richtung Wirbelkanal vorgewölbt. Bei einem Bandscheibenvorfall handelt es sich um eine deutlich Verschiebung von Bandscheibengewebe entweder nach hinten oder nach hinten und zur Seite. Teilweise können diese Bandscheibenvorfälle sich dann noch nach oben oder unten im Wirbelkanal ausdehnen. Dann spricht man von einem Bandscheibensequester. Bandscheibensequester können im Verbund liegen, d.h. diese Bandscheibenanteile sind noch an die Bandscheibe angeheftet oder können auch abgelöst sein. Dann spricht der Fachmann von einem sequestrierten und abgelösten Bandscheibenvorfall.