Man hört, dass bereits relativ junge Leute mit einem Bandscheibenvorfall beim Orthopäden erscheinen. Stimmt das und gibt es dabei unter den Sportlern möglicherweise besonders viele dieser Fälle?
Die Wahrscheinlichkeit, als junger Mensch an Bandscheibenvorfällen zu erkranken hat sicherlich in den letzten Jahren zugenommen. Diese Veränderung basiert im wesentlichen auf Fehlbelastungen der Wirbelsäule und auf fehlenden oder mangelhaften defensiven Faktoren, d.h. der ehemalige sportlich ambitionierte junge Patient kann aufgrund der zeitlichen Beanspruchung durch Beruf und Familie nur noch wenig sportliche Aktivitäten ausüben, muss jedoch im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit über lange Zeitphasen sitzen bzw. muss unter die Wirbelsäule belastenden Faktoren in seinem Betrieb arbeiten.
Der Bewegungsmangel, die fehlende körperliche Aktivität und die ungünstige Körperhaltung über lange Zeitphasen während der Arbeit führen zu einer signifikanten Zunahme von Bandscheibenvorfällen insbesondere bei jungen Patienten. Beim durchtrainierten Sportler treten Bandscheibenvorfälle dann auf, wenn es zu einer Extrembelastung gekommen ist. Erfreulicherweise können diese Patienten die alltäglichen Belastungen durch die meist gut ausgebildete Rücken- und Rumpfmuskulatur sehr gut kompensieren. Kommt es jedoch zu Extrembelastungen wie z.B. im alpinen Skirennsport, im Bobsport oder in anderen Sportarten, die zu einer Belastung der Wirbelsäule führen, dann kann bei diesen Extrembelastungen selbstverständlich auch ein klassischer Bandscheibenvorfall auftreten.